Gerd Tautenhahn

Kajak - Reisebericht und Faltbootausbau


Tux im Faltboot Schweden: Touren in Seengebieten und Ostssetour

     
Akzeptanz wildes Zelten Paddeltux Paddeltux Paddeltux Paddeltux Paddeltux Ganz prima, überall viele Möglichkeiten. Selbstverständlich schön Abstand zu Ferienhäusern halten.
Möglichkeiten zum Wildzelten Paddeltux Paddeltux Paddeltux Paddeltux Paddeltux Viele Plätze - das Einzige was schwierig ist, ist die Entscheidung welchen man nimmt.
Wasserqualität Paddeltux Paddeltux Paddeltux Paddeltux Kein Paddeltux meistens gut bis sehr gut, je nördlicher desto besser
Trinkwasser Paddeltux Paddeltux Paddeltux Paddeltux Paddeltux Sowohl ziviles als auch natürliches verfügbar. Das Wasser der meisten Seen ist abgekocht trinkbar. Im Norden auch unabgekocht.
Fuchs-und-Igel-Faktor Paddeltux Paddeltux Paddeltux Kein Paddeltux Kein Paddeltux lokal recht verschieden, in der Nähe größerer Städte manchmal etwa mehr Betrieb. Einige Touristengebiete sind im Juni/August heftig von Ausländern frequentiert (Dalsland etc.) Wieder mal, je Norden, desto Fuchs- und Igel.

Kein Reisebericht ?

Schweden1
Zu Schweden gibt’s hier einige Tips und einen kleinen Reisebericht von der Ostsseküste. Paddelberichte haben sonst schon so viele Leute geschrieben, da tut es nicht Not, daß ich es auch noch probiere. Schweden eignet sich natürlich ganz hervorragend zum Kajak / Kanu fahren. Glasklares Wasser, prima Möglichkeiten zum Zelten, viel Sonne dank Gebirgs-Regenschirm zum Atlantik hin. Überall wo man auf der Karte Wasser sieht kann man hinfahren und lospaddeln. Die Südspitze (etwa die ersten 150 km von Süden gemessen) ist nicht sonderlich paddelig. Das Auto kann man bedenkenlos irgendwo für Wochen stehen lassen (wahrscheinlich sogar unverschlossen mit Schlüssel im Schloß), da passiert nix.
Schweden2
Fähre: Von Rostock oder Saßnitz recht preisgünstig. Mit dem Delphin von TT-Line geht’s am schnellsten. Alles kann man sehr praktisch im Netz buchen. Nur zu Spitzenzeiten manchmal ausgebucht, dann Schleichwege über Polen suchen. Von Dänemark freilich auch an vielen Ecken. Alternativ über die Brücke von Dänemark (ca. 35 EUR je Fahrt), aber gut rechnen ob der Umweg lohnt (und da ist noch eine Brücke in Dänemark mit 30 EUR !)

TT-Line (Rostock-Trelleborg, Travemünde-Trelleborg)
Scandlines (Rostock-Trelleborg, Sassnitz-Trelleborg - das ist i.d.R. die billigste Verbindung)
Color-Line
Stena-Line
Unity-Line (von Polen)
Polferries (von Polen)

Total Stille
Ferienhäuser:
Für den Winter in Schweden und ganz besonders zum Silvester feiern prima geeignet, Sommers ist es mit Zelt und Kanu schöner. Winters kann man die Paddelrouten für den Sommer schon mal auf Ski testen. Ferienhäuser gibt es zum Beispiel von:

Novasol
(viele andere Angebot auch noch im Netz, am günstigsten direkt von privat)
Sonnenaufgang
Angeln:
Nicht immer ganz so einfach, wie man vermuten könnte. Viele Seen sind nährstoffarm, ohne Schilfgürtel, manchmal sogar komplett ohne Wasserpflanzen, dafür reich an blinkerpackenden Gesteinsspalten. Barsche kommen immer mal als lustiger Schwarm vorbei, da muß man Glück haben. Hechte finden sich wie üblich in der Nähe von Unterwasserhindernissen oder am seltenen Schilf. Aus Verzweiflung hat sich bei mir auch schon ein großer Blei auf den Gummifisch gestürzt. Weiter im Norden werden dann die Forellen häufiger, welche auf Blinker und Fliege warten. Meistens warten allerdings auch zehntausende, mit hörbarem Magenknurren ausgestattete Einheimische auf den Angler und führen zu den besten Plätzen. Wie immer gilt natürlich auch hier: “Der frühe Vogel fängt den Wurm”.

Zelten:
Je weiter man nach Norden kommt, umso zeltfreundlicher wird das Land, ganz im Süden herrschen noch bäuerliche Verhältnisse, da wird man es schwer haben. (diese Gegend ist ja aber ohnehin nicht so sehr interessant). In Schweden (eigentlich in ganz Skandinavien) gibt es das oft zitierte und fast ebensooft falschverstandene “Jedermannsrecht” (gewöhnlich gibt es das nicht gedruckt, schließlich ist es ein Gewohnheitsrecht). Es gewährt dem Alleinreisenden in der Wildnis die Möglichkeit, eine Nacht auf fremdem Grund zu verbringen. Für Gruppen und motorisierte Reisende gilt es somit ohnehin nicht, auch sonst fällt der Tourist in der Regel nicht in den Schutzbereich (würde der Jurist sagen). Trotzdem wird man in den allermeisten Fällen keine Probleme haben, solange man die Grundgedanken dieser Tradition ernst nimmt.
  • Nicht in Sichtweite von (Ferien)Häusern zelten, mindestens 300 m Abstand
  • Nur eine Nacht an einem Platz bleiben
  • Nur kleine Feuer machen, mit Material vom Waldboden (logischerweise nicht bei Waldbrandgefahr, im Sommer generell verboten).
  • Nix zurücklassen, außer Zelt- und Fußabdrücke (Na gut, stoffwechselbedingt noch einige gut versteckte stinkende Haufen).
  • Forelle und Hecht nur mit Erlaubnis zum Abendbrot einladen
  • Fuchs, Igel und Elch nicht mit Krawall etc. zum Rückzug zwingen.
Nettes Mauswiesel Durchsicht
Spinnt der....?
....große Durchsicht........?
.......Schlafsack vergessen.....?
...........Verstand verloren..........?
Elch beim Frühstück
Vorsicht Elche, besonders gern erscheinen sie zum Frühstück.
(Falls es Himbeermarmelade gibt, dann gab es diese !)


Doch noch ein Reisebericht
Kajaktour durch die Schärenküste (südliches Schweden, Ostküste)

Map
(In der Gegend sind viele Teile Vogelschutzgebiet und dürfen vom 01.04.- 10.07. nicht befahren werden !! Also später fahren, zum Ausweichen müsste man weit auf die Ostsee.)



Bei einem der typischen Silverster-Kurztrips nach Schweden landete man in einem Ferienhaus direkt an der Ostsee. Die Gegend sah so paddelig aus, dass gleich das Hüttenkajak geborgt wurde und ein Abstecher in die Ostsee gemacht wurde. Eine wunderbare Inselwelt lag im Winter leicht schneebedeckt in der spiegelglatten Ostsee. Teilweise war die Gegend zugefroren.
Erstes Forschungsresultat:
Das Kajak taugt nicht als Eisbrecher, bei 1cm ist Schluß.
Zweites Forschungsresultat:
Vorsicht ! Bei 0-2 Grad Ostseewasser und -10 Grad Aussentemperatur wäre ein Kentern wahrscheinlich das letzte. Maximale Vorsicht also bei solchen Abstechern. (Resultat wurde nicht empirisch gefunden, rein konzeptionelle Überlegung).
Drittes Forschungsresultat:
Im Sommer wieder herkommen ! So dann geschehen im Juli 2001.
Ab Oskarshamn ging es los weil etwa hier die Inselwelt beginnt. Kartengrundlage: Skandinavien-AutoAtlas 1:300000. Die Küstentour kann man an vielen Stellen beginnen, neben der Küste läuft eine Straße bis Stockholm - mit Busbetrieb. Also gute Grundlagen für Einwegpaddler.

Wie in Mecklenburg
Nein, das Foto ist nicht vom letzten Mecklenburgurlaub über geblieben. Echt, so schaut hier die Ostsee aus. So viele Inseln, dass die Sache manchmal wie eine Teichlandschaft ausschaut
(was die Sache mit dem Autoatlas zeitweise etwas unvorteilhaft erschienen ließ. Da wurde so manche Sackgasse mitgenommen.)
Sektkübel
Hungrige Paddler hatten beim hurtigen Packen alle Töpfe vergessen. In größter Not wurde ein Alu-Sektkübel erworben. Hat sich prima bewährt - wird jetzt für den Dauereinsatz vorgeschlagen. An der Küste kann man hervorragend paddeln, Zeltplätze gibt es ohne Ende. Auf der Mitte der Tour kommt mal ein olles Kernkraftwerk, wir haben geschaut wie falsch geträumt. Das befindet sich an der offenen See, da waren mal 2 km Spritzdeckenpflicht. Weiter ging es durch Inselgebiete mit teilweise nur 20 cm Wassertiefe, da merkt man sogar in der Ostsee Ebbe und Flut. Die Gegenden wirkten natürlich prima als Motorbootsperrgebiet. Zeitweise sind die Durchfahrten zwischen den Inseln stark verwachsen, muß man suchen und die Schnauze auch mal spritz ins Schilf schieben.

Hecht
Das Brackwasser lässt natürlich viele Freunde des hungrigen Paddlers prächtig gedeihen. Den Blinker ruhig ins dicke Krautfeld schmeißen, oft bleibt er hängen - manchmal aber auch an was Zappelndem. Unterhalb von Västervik kann man bis an die große Straße paddeln. Dort dann in den Bus umsteigen und Auto holen.
Elch und Freunde beim Frühstück
Das Frühstücksproblem...,
ich hatte es ja oben schon beschrieben.
Uns haben Sie öfter mal erwischt, keine Chance sich zur Wehr zu setzen.
Merke: Ein Elch kommt selten allein.

Zurück zur Übersicht aller Reiseberichte